✝ BELZAPPEL · 31.10.2026

EINE EINLADUNG. KEIN ZUFALL.

DAS HAUS,
DAS DEINEN NAMEN
KENNT.

Manche Türen bleiben besser geschlossen.

I / DAS VIERTE KLOPFEN

Das Haus hat seine Gäste behalten.

Am Belzappel erzählt man sich von einer Halloween-Nacht, nach der alle Gäste verschwanden. Am Morgen brannten noch die Kerzen. Mäntel und Schuhe warteten im Flur. Nur die Tapete im Esszimmer war warm. Dahinter kratzte etwas.

Das war vor vielen Jahren.
Direkt zur Einladung

DIE TÜR IST OFFEN.

WIR HABEN
DICH ERWARTET.

Am 31. Oktober gehört die Nacht uns.

Komm verkleidet. Feier mit uns. Und falls dir jemand zum Verwechseln ähnlich sieht: Lass ihn nicht zuerst nach Hause gehen.

SAMSTAG31. OKTOBER2026 · AB 19 UHR
DER ORT
Bei uns am Belzappel
DEINE TARNUNG
Verkleidung ist Pflicht.Damit das Haus dich nicht erkennt.
DAS ERWARTET DICH
Gute Musik. Dunkle Gestalten. Eine lange Nacht.Nur eines bleibt draußen: dein Alltag.

ES LADEN EIN

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Wenn es während der Party an der Tür klopft:
Zähl die Schläge. Bei vier macht niemand auf.

Die Legende vom vierten Klopfen

Das Haus hat seine Gäste behalten.

Am Belzappel erzählt man sich von einer Halloween-Nacht, über die später niemand gern sprach.

Die Musik lief bis kurz nach Mitternacht. Dann klopfte es an der Haustür.

Einmal.

Noch einmal.

Beim dritten Mal wurde es im Haus still.

Beim vierten Klopfen stand jemand auf und öffnete.

Am nächsten Morgen brannten noch Kerzen auf dem Tisch. In den Gläsern war Wein. Mäntel hingen im Flur, Schuhe standen vor der Garderobe, als würden ihre Besitzer jeden Moment zurückkommen.

Sie kamen nicht zurück.

Das Haus wurde durchsucht. Keller, Speicher, Garten.

Nichts.

Nur im Esszimmer war die Tapete an einer Stelle warm.

Und dahinter kratzte etwas.

Die Handschrift ist deine.

Heute liegt ein Umschlag vor deiner Tür.

Kein Absender. Kein Stempel.

Das Papier riecht nach feuchtem Holz und kalter Asche.

Darin steckt eine Einladung.

31. Oktober.

„Wir sind fast vollzählig. Nur du fehlst.“

Darunter steht dein Name.

Du kennst die Schrift.

Es ist deine.

Auf der Rückseite steht nur ein Satz:

„Komm verkleidet. Das Haus darf dich nicht erkennen.“

Du weißt nicht, wer ihn geschrieben hat.

Schlimmer ist: Du weißt, dass du es warst.

Im Garten wartet niemand freiwillig.

Am Abend führt der Weg zum Haus durch den Garten.

Der Kies knirscht unter deinen Schuhen.

Nach einigen Metern hörst du einen zweiten Schritt.

Du bleibst stehen.

Der Schritt nicht.

Zwischen den Bäumen stehen Menschen.

Zumindest standen sie dort einmal als Menschen.

Ein Mann trägt einen dunklen Anzug, dessen Stoff in Fetzen von seinen Schultern hängt. Neben ihm eine Frau in einem Kleid aus einer anderen Zeit. Beide sehen zum Haus.

Keiner von ihnen bewegt sich.

Dann dreht die Frau langsam den Kopf zu dir.

Wo ihr Gesicht sein sollte, spannt sich glatte, bleiche Haut.

Im oberen Fenster erscheint jemand.

Die Gestalten im Garten sinken auf die Knie.

Du siehst hinauf.

Und erkennst dich selbst.

Du bist schon da.

Die Gestalt hinter der Scheibe trägt deine Kleidung.

Dein Gesicht.

Deine Haare.

Sogar die kleine Narbe, die niemand bemerkt, wenn er nicht weiß, wo er suchen muss.

Du hebst die Hand.

Sie tut es nicht.

Stattdessen lächelt sie.

Langsam.

Fast ein wenig mitleidig.

Jetzt verstehst du den Satz auf der Einladung.

Das Haus behält seine Gäste nicht.

Es braucht nur etwas von ihnen.

Hinter dem Fenster legt dein anderes Ich einen Finger auf die Lippen.

Dann verschwindet es im Haus.

Unten beginnt die Musik.

Drei Schläge. Keinen mehr.

Unter der Haustür schiebt sich ein gefalteter Zettel hervor.

Du bückst dich.

„Wir können noch feiern.

Aber nur, solange niemand den Falschen hereinlässt.“

Drinnen klirren Gläser.

Jemand lacht.

Eine Stimme ruft deinen Namen.

Deine Stimme.

Du legst die Hand auf den Türklopfer.

Hinter dir knirscht der Kies.

Ein Schritt.

Dann noch einer.

Du klopfst dreimal.

Die Tür öffnet sich einen Spalt.

Du schlüpfst hinein und wirfst sie hinter dir zu.

Einen Augenblick lang geschieht nichts.

Dann kommt von draußen ein Klopfen.

Einmal.

Du siehst die anderen Gäste an.

Zweimal.

Niemand spricht.

Dreimal.

Jemand dreht die Musik lauter.

Dann kommt der vierte Schlag.

Diesmal klingt er nicht nach Metall auf Holz.

Sondern wie eine Hand.

Von der Innenseite der Tür.